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24 Sep 2007 . Unknown . Comments

logoEbay_x45 Seit nunmehr über 5 Jahren bin ich bei eBay angemeldet und habe in der Zwischenzeit bei zahlreichen Auktionen mitgeboten und auch selber mehr als nur einmal etwas versteigert. Dabei habe ich immer versucht fair zu sein und meine Angebote so transparent wie möglich zu halten. Gleiches erwarte ich natürlich auch von den "Geschäftspartnern" mit denen ich während den Auktionen zu tun bekomme. Doch dabei ist mir eine Sache zum wiederholten Male aufgefallen: Die Reihenfolge in der Bewertungen abgegeben werden sollen.

Es scheint sich häufig eingebürgert zu haben, dass der Käufer als erster seine Bewertung zur Auktion abgibt und danach erst der Verkäufer. So zumindest wollen es eigentlich alle Verkäufer handhaben mit denen ich in den letzten Jahren zu tun hatte. Doch diese offenbar gängige Praxis ist völlig irrational wenn man sich mal den Sinn einer Bewertung vor Augen führt.

Was bewertet der Verkäufer?
Nun, er hat einzig und alleine zu bewerten, wie schnell der Käufer sich nach Ende der Auktion gemeldet hat, evtl. wie die Kommunikation verlief und - und das ist der Hauptpunkt - wie schnell er schlussendlich die Gesamtsumme bezahlt hat.

Was bewertet der Käufer?
Der Käufer hat eine viel schwierigere Aufgabe: Er muss neben der Kommunikation mit dem Verkäufer und die Versanddauer auch das gelieferte Produkt mit der Angebotsbeschreibung vergleichen. Funktioniert alles so wie beschrieben? Und im Ernstfall: Gibt es Komplikationen bei der Wahrnehmung eines evtl. eingeräumten Rückgaberechtes?

Wenn man sich die Intention der Bewertungen jeweils ansieht wird schnell klar: Der Verkäufer wird in aller Regel die erste Bewertung abzugeben haben da die meisten nur nach Vorkasse die ersteigerte Ware ausliefern! Warum viele Händler dennoch auf den umgekehrten Weg bestehen ist verständlich (aus Sicht des Verkäufers): Sollte wirklich etwas mit der Ware nicht in Ordnung sein, so kann man den Käufer mit einer negativen Bewertung "erpressen", sollte dieser den Verkäufer mit einer schlechten Bewertung "bestrafen". Auch haben viele Verkäufer, die so genannten Power-Seller, sowieso schon mehrere tausend positive Bewertungen, so dass sie nicht auf eine einzelne weitere angewiesen sind. Die meisten 08/15-Mitglieder jedoch haben nicht so viele und jede weitere positive Bewertung festigt das Vertrauen anderer bei künftigen Auktionen. Man ist also quasi auf den Verkäufer angewiesen und diese nutzen das im zunehmenden Maße schamlos aus.

Seit nunmehr fünf Jahren halte ich mich selber an die Devise: Erst die Zahlung als Verkäufer bewerten, danach die Bewertung des Artikels als Käufer. So hat jeder, der etwas bei mir ersteigert die Gewissheit nach Zahlungseingang bei mir eine (positive) Bewertung zu erhalten. Das ist gleichzeitig eine art "Empfangsbestätigung" für die Zahlung und das ich den Artikel nun versenden werde. Andererseits bewerte ich einen Verkäufer erst - und ausschliesslich - nachdem er seinerseits eine Bewertung abgegeben hat. Dadurch sind mir zwar vielleicht schon 2 oder 3 Bewertungen entgangen, weil der Verkäufer dazu nicht bereit war, aber ich habe weiter ein gutes Gewissen bei meinen Bewertungen, dass sie auf ehrliche Weise zustande gekommen sind und nicht nur der "Dank für eine positive Bewertung" waren.

Questions/Suggestions
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