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Mein Kampf … mit Windows 7 RC

10 May 2009 . Unknown . Comments

(c) Photocase.com Eigentlich hätte alles ganz einfach sein müssen. Am 05. Mai das Image für die 32-Bit und 64-Bit Version des neuen Release Candidate von Windows 7 herunterladen, zu Hause kontrollieren ob alle Daten ordnungsgemäß gesichert oder synchronisiert wurden, die neue Version aufspielen und sich über die vielen neuen Features und Bugfixes freuen. Eigentlich…

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag legte ich die gebrannte DVD mit Windows 7 RC 64-Bit in das Laufwerk ein und startete die Installation. Da alle wichtigen Daten entweder per Live Mesh in-the-cloud synchronisiert waren oder auf einer anderen Festplatte gespeichert wurden löschte ich kurzerhand die bisherige Systempartition mit der Windows 7 Beta. Doch als ich die nun leergefegte Festplatte als Ziel zur Installation auswählen wollte, verweigerte sich mir das Setup mit einer nichtssagenden Fehlermeldung. Das Problem hatte ich bereits bei der Installation von Vista und der Win7-Beta und es kostete mich damals rund zwei Stunden Recherche und Testen. Dafür kannte ich die Lösung dieses mal bereits:

Problem: Windows Vista / Windows 7 lässt sich nicht auf einer SATA-Festplatte installieren, wenn noch eine IDE-Festplatte mit höherer Priorität angeschlossen ist.

Lösung: Im Bios finden sich meist auf dem Eingangsbildschirm die Einstellungen für alle IDE- bzw. SATA-Ports. Hier wird meist automatisch eingetragen, welches Gerät jeweils angeschlossen wird. Sollte der beschriebene Fehler auftreten können die Festplatten, welche sich an einem IDE-Port befinden, einfach deaktiviert werden. Nach der Installation können die Ports wieder auf automatische Konfiguration umgestellt werden, Windows Vista bzw. Windows 7 erkennen die Festplatten jedoch auch bei deaktivierten Bios-Einträgen.

Nach dieser kleinen Hürde ging der Rest der Installation dann gewohnt zügig: Nach knapp zwanzig Minuten waren alle Kopier- und Konfigurationsarbeiten abgeschlossen und ich befand mich zum ersten mal auf dem Desktop des 7100 Builds. Inzwischen habe ich im Installieren und Einrichten von den unterschiedlichsten Betriebssystemen soviel Übung, dass ich viele Konfigurationseinstellungen schon ganz automatisch mache. Meistens laufen auch mehrere Downloads von Updates und Treibern parallel im Hintergrund während bereits die ersten Programme installiert und konfiguriert werden. Doch dieses mal wurde ich jäh in meinem Arbeitsfluss unterbrochen mit etwas, dass ich zuletzt unter Windows XP zu Gesicht bekam: Der gefürchtete BSOD, der Blue Screen of Death. [more]

Lexa Doig als Andromeda / Rommie Gut, ich hatte zum ersten mal eine 64-Bit Version eines Betriebssystems installiert und genau genommen ist es ja auch nur eine Testversion die nicht produktiv eingesetzt werden soll. Treiber- oder sonstige Probleme können da nun einmal auftreten, also in Ruhe gewartet bis der automatische Neustart beendet war. Doch wenige Minuten nach dem erneuten Login war schon wieder Schluss, und wieder war es eine recht nichtssagende Fehlermeldung. Ein wenig skeptischer wartete ich auch jetzt den Neustart ab und beobachtete meine Rommie (ja, mein Rechner ist eine “Sie” und ist benannt nach einer Figur in meiner Lieblingsserie) dieses mal sehr genau. Und tatsächlich, trotz ausbleibender Benutzerinteraktion schrie Windows 7 Zeter und Mordio und haute mir wieder den BSOD um die Ohren: Irgendwas mit einem nicht näher spezifizierten Hardwarefehler, ich solle mich doch bitte an meinen Systemadministrator wenden. Zu blöd, dass die Therapie gegen meine Schizophrenie gerade jetzt erste Erfolge feierte…

Ich kürze die darauf folgenden Stunden bis zum Morgengrauen hier ab. Insgesamt habe ich 19 mal Windows 7 mit den unterschiedlichsten Einstellung neu installiert, sowohl in 32-Bit als auch in 64-Bit. Das Ergebnis war immer das gleiche, lediglich die beim Absturz durchgeführte Aktion war jedes mal eine andere – oder gar keine. Auch die Zeit nach dem Login bis zum Absturz variierte: Manchmal konnte ich das neue System etliche Minuten bewundern, dann wieder war nach wenigen Sekunden Ende. Lediglich im abgesicherten Modus schien alles zu funktionieren. Da auch unter Vista und der Beta nie ein solcher Fehler auftrat war für mich klar: Die RC-Version verwendete irgend einen Treiber der Probleme macht. Wieso sollte nur Windows 7 RC es plötzlich merken wenn eine seit Jahren funktionierende Hardware defekt ist, zumal selbst die Beta-Version ja problemlos lief. Doch die Installation diverser Treiber für meinen Mainboard-Chipsatz, die ATI-Grafikkarte oder schlicht das Deaktivieren sämtlicher On-Board Module auf dem Mainboard und das Ausstecken aller USB-Peripherie mit Ausnahme von Tastatur und Maus brachten gar nichts.

Am Donnerstag twitterte ich natürlich von meinen Problemen und unterhielt mich dann auch eine ganze Weile mit Mathias Raacke (@oocx). Von ihm kam auch die Idee, das Crash-Logfile des BSOD einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Sein Linktipp war dabei sehr hilfreich. Nach dem Raussuchen der Windows 7 RC Symboldateien und der 64-Bit Version des Windows Debuggers machte ich mich also an die Arbeit. Das Ergebnis:

WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR (124)
A fatal hardware error has occurred. Parameter 1 identifies the type of error
source that reported the error. Parameter 2 holds the address of the
WHEA_ERROR_RECORD structure that describes the error conditon.
Arguments:
Arg1: 0000000000000004, PCI Express Error
Arg2: fffffa800189d038, Address of the WHEA_ERROR_RECORD structure.
Arg3: 0000000000000000
Arg4: 0000000000000000

Debugging Details:
------------------

BUGCHECK_STR:  0x124_4

CUSTOMER_CRASH_COUNT:  1

DEFAULT_BUCKET_ID:  VISTA_DRIVER_FAULT

PROCESS_NAME:  System

CURRENT_IRQL:  6

STACK_TEXT:  […]

STACK_COMMAND:  kb

FOLLOWUP_NAME:  MachineOwner

MODULE_NAME: hardware

IMAGE_NAME:  hardware

DEBUG_FLR_IMAGE_TIMESTAMP:  0

FAILURE_BUCKET_ID:  X64_0x124_4_PCIEXPRESS

BUCKET_ID:  X64_0x124_4_PCIEXPRESS

Followup: MachineOwner

Jetzt bin ich sicherlich kein Experte was Kernel-Dump-Logs angeht, die etwas umständliche Fehleranalyse bei normalen Programmen mit windbg ist mir da schon aufwändig genug. Ein paar Recherchen mit im Bericht auftauchenden Stichworten hat allerdings auch keine wirklich brauchbaren Resultate erbracht. Bei einem Benutzer hatte es wohl geholfen den On-Board Soundchip zu deaktivieren, bei einem anderen half nur das Auswechseln der Grafikkarte. Ersteres hatte ich ja bereits vergeblich ausprobiert und meine Grafikkarte wollte ich jetzt nicht wirklich gegen ein neues Modell austauschen, nur weil ein Release Candidate meint die nicht zu unterstützen. So alt ist meine ATI Radeon X1650 nun auch wieder nicht und bisher hatte sie auch immer ohne irgend ein Problem funktioniert.

(c) Photocase.com Eine gewisse Frustration machte sich schließlich nach Ende des zweiten Tages mit nicht-funktionierendem Heim-Computer bei mir bemerkbar. Als mich ein Arbeitskollege (@yericho) abends noch mit dem Auto nach Hause fuhr fand ich mich in Gedanken schon mit dem Fehler ab und beschloss mich entweder auf Vista oder Windows 7 Beta zurück zu besinnen. Bis eine unscheinbare Bemerkung des Kollegen, dass ja nicht nur die Grafikkarte sondern fast alle Komponenten auf einem Mainboard zumindest intern über eine PCI-Express Schnittstelle angesprochen werden, mich auf einen neuen Gedanken brachte: Der PCI Express Fehler den ich bisher immer auf die Grafikkarte schob könnte auch ein Fehler des Mainboards im Ganzen sein. Doch ich hatte bereits die neuesten Chipsatz-Treiber installiert, sämtliche On-Board Komponenten abgeschaltet und ich las auch schon in Foren von anderen Benutzern, die Windows 7 RC mit einem Asus PSVD2-X Mainboard problemlos nutzen konnten. Doch es konnte doch auch kein Hardwarefehler sein, warum sollte der nur unter Windows 7 RC auftreten, dazu noch ohne besondere Auslastung oder dergleichen?!

(c) Photocase.com Was mich schlussendlich dazu bewog mir das Bios noch einmal genauer anzusehen, im speziellen die Versionsnummer, weiß ich nicht mehr. Es war allerdings die Version 0305 vom 02. Februar 2007. Nicht besonders aktuell, aber ich erinnerte mich dass die aktuelle Bios-Version für das Mainboard auch aus dem Jahr 2007 war – und ich sie deshalb nicht mit heruntergeladen hatte als ich mir die aktuellen Chipset-Treiber besorgt hatte. Hätte ich es bloß getan! Die aktuellste Bios-Version für das PSVD2-X ist die Nummer 0501 vom 29. Juni 2007. Nicht unbedingt viel aktueller und als behobene Fehler standen lediglich die Unterstützung neuer Prozessoren und ein Bug der die Benutzung von 3Dmark03 unter Windows Vista verhinderte. Egal, ich hatte auf einmal so ein seltsames Bauchgefühl (oder war es eine Refluxösophagitis?), besorgte mir eine Disketten und lud das Image des Bios-Updates auf selbige. Was könnte schon schiefgehen, im schlimmsten Fall müsste ich noch einmal eine Neuinstallation durchführen und darin hatte ich ja mittlerweile genug Übung. Da die Asus-Mainboards seit einigen Jahren eine Funktion namens “Crash-Free” haben, die verhindert dass das Mainboard durch einen Fehler während des Bios-Updates unbrauchbar wird, konnte von der Seite her auch nicht viel schief gehen.

Das Bios-Update lief in wenigen Minuten durch, ich machte ein paar Routine-Einstellungen im (sicherheitshalber manuell) zurückgesetzten Bios, legte erneut die Windows 7 RC 64-Bit DVD in das Laufwerk ein und schaute zum 1001 mal dem Kopier- und Konfigurationsvorgang zu. Ich loggte mich ein, und wartete. Eine Minute, Zwei, Drei… nichts geschah. Und das war gut - “nichts” ist nämlich in dem Fall gleichbedeutend mit “kein Absturz”! Aber das konnte auch nur ein großer Zufall sein, schon vorher lief der Rechner gelegentlich auch bis zu 12 Minuten ohne mir die schlumpfblaue Karte in Form des BSODs zu präsentieren. Ich wartete also weiter… und weiter… machte dann ein paar Einstellungen, den Performance-Test zum Bestimmen des “Score” (4.5), fing an ein paar Standardprogramme wie die Live Essentials zu installieren: Und es kam immer noch kein Absturz!

(c) Photocase.com Heute, drei Tage später, habe ich sämtliche Programme wieder installiert und eingerichtet und hatte kein einziges Problem mehr. Stattdessen konnte auch ich mir endlich einige der Neuerungen des Release Candidates live ansehen. Und was soll ich sagen: Windows 7 RC ist sensationell geworden! Die Beta war schon richtig beeindruckend und zeigte mir erst, wie unzufrieden ich eigentlich mit Windows Vista gewesen war (obwohl ich bis dahin sehr zufrieden mit Vista war). Der RC aber hat fast alle Mängel, die ich noch in der Beta entdeckt hatte, beseitigt und die gesamte Bedienung fühlt sich einfach “gut” und “richtig” an. Auf der Arbeit sitze ich noch weiterhin an einem Windows XP Rechner und fühle mich jedes mal wieder wie in die Steinzeit versetzt. Bleibt zu hoffen, dass die Umstellung hier auf Windows 7 nach dessen Veröffentlichung nicht allzulange auf sich warten lassen wird. Aber dann erst nach einem Bios-Update ……

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