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Der leidenschaftliche Programmierer - Eine Rezension

23 Dec 2009 . Unknown . Comments

Ich glaube, dass jeder in seinem Inneren über einzigartige Fähigkeiten verfügt. Doch er muss etwas finden, das ihm wirklich am herzen liegt, um diese Fähigkeiten zu entfalten. Sie können nicht bemerkenswert sein, wenn Sie Ihre Umgebung, Ihre Werkzeuge und Ihren Arbeitsbereich nicht lieben.

Mit diesen einleitenden Worten fängt das Buch “Der leidenschaftliche Programmierer” an und legt damit den roten Faden zu Grunde, der sich durch das ganze Buch zieht.

Wer kennt in der .NET-Welt nicht Namen wie Scott Guthrie, Scott Hanselman, Phil Haack, Rob Conery und wie sie alle heißen? Sie alle sind Entwickler, die nicht nur ihr Handwerk ausserordentlich gut beherrschen, sondern auch “bemerkenswerte” Arbeit leisten – im eigentlichen Wortsinn. Chad Fowler zeigt dem Leser in seinem Werk, wie man sich selbst nicht nur das Ziel setzt, bemerkenswerte Arbeiten zu leisten, sondern wir man dieses Ziel auch Schritt für Schritt in die Tat umsetzt.

Sein Buch ist in 54 Kapitel unterteilt. Viele davon haben am Ende eine oder mehrere Aufgabenstellungen, um das behandelte Thema zu verinnerlichen und umzusetzen. Wer das Buch allerdings “am Stück” durchliest wird diese Aufgaben wohl nicht oder zumindest nicht unmittelbar durchführen. Hier ist meine Empfehlung, das Buch einmal komplett zu lesen und anschließend noch mal die einzelnen Kapitel zu überfliegen und jeweils im Anschluß die Umsetzung zu beginnen. [more]

Die im Zaum gehaltenen Leidenschaften machen den Menschen alltäglich.

Denis Diderot, (1713 - 1784)

Für ein wenig Auflockerung und auch andere Meinungen liest man immer wieder auch kurze Beiträge von anderen Programmierern wie James Duncan, Tom Preston-Werner und Vik Chada. Auch die optisch abgetrennten Merksätze innerhalb der jeweiligen Kapitel lassen das Auge beim Lesen kurz “ruhen” und nennen dabei gleichzeitig die wichtigsten Kernthesen.

Chad Fowler zieht immer wieder Parallelen zu seiner Zeit als Jazz-Saxophonist. Für mich persönlich waren diese kleinen Exkursionen durchaus spannend da ich selbst viele Jahre aktiv selbst musiziert habe und auch heute noch gelegentlich ein wenig spiele. In der Tat gibt es einige interessante Parallelen zur Software-Entwicklung, die man so eher selten sieht. Alles in allem sind einige sehr gute Ideen und Tipps in Fowlers Buch zu finden, die einem auch mittel- und langfristig helfen können. Schlussendlich gehört viel mehr dazu, ein bemerkenswerter Programmierer zu sein als einfach nur besonders gut zu sein. Andere müssen es auch mitbekommen. Man selbst muss sich von der Masse abheben und so selbst zu einer der bekannten Leitfiguren werden. Dieses Ziel werden wohl nur wenige Entwickler wirklich schaffen, doch wer nicht nur die Fähigkeiten sondern auch den Ehrgeiz mitbringt und die wertvollen Tipps von Chad Fowler bewusst als Hilfestellung einsetzt kommt diesem Ziel mit Sicherheit näher.

Es gibt einen Unterschied zwischen Theoretikern und Menschen, die aus Ihrer Praxis erzählen. Chad Fowler und die Kollegen die ihrerseits Kurzbeiträge im Buch veröffentlicht haben, zählen mit Sicherheit zu der zweiten Gruppe. Aufgrund eines reichen Erfahrungsschatzes werden hier keine weltfremden Methoden oder Ideen aufgewärmt, sondern bereits erfolgreich erprobte Praktiken weitergegeben welche zum Teil aus seinem ersten Buch übernommen und weiter verbessert wurden. Anhand zahlreicher Anekdoten die er zumeist am Kapitelanfang erzählt kann man seine Vorschläge und Ideen auch leicht nachvollziehen, so dass man das Gefühl hat statt aus einem Lehrbuch zu lernen die Erfahrungen und seine Gedankenschlüsse selbst mitzuerleben, selbst von den Ideen inspiriert zu werden.

So ist der Titel des Buches nicht misszuverstehen, dass es für leidenschaftliche Programmierer geschrieben wurde – vielmehr hilft es dem gewöhnlichen Coder dabei die Leidenschaft für seinen Beruf neu zu entdecken oder gar erst richtig zu entflammen. Das heißt im Umkehrschluss jedoch nicht, dass für Programmierer – oder Entwickler wie ich sie lieber nenne – die ihre Leidenschaft für das Metier bereits entdeckt haben dieses Buch langweilig oder uninteressant wäre. Trotz des etwas schwierigen Themas ist es Chad Fowler gelungen, das Ganze interessant zu gestalten und mit einem lockeren Erzählstil auch leichter bekömmlich zu machen. Auch bleibt man nicht nur passiver Leser sondern wird durch zahlreiche konkrete Anweisungen zum aktiven Handeln aufgefordert.

Zum Schluss noch ein paar Worte aus der Sicht des Mediengestalters: In seinem angenehmen Format und einem Umfang von rund 330 Seiten ist “Der leidenschaftliche Programmierer” auch als Lektüre zum Mitnehmen geeignet um beispielsweise die Bahnfahrt auf dem Weg zur Arbeit zu nutzen. Die Schrift ist in einer angenehmen Lesegröße und der Satz ist ebenfalls ordentlich gemacht. Etwas schwerer zu lesen sind die “Gast-Artikel”, die mit schwarzer Schrift in dunkelgrauen Kästen vom Rest eines Kapitels abgetrennt wurden. Auch habe ich einen kurzen Hinweis auf das Literaturverzeichnis bereits am Anfang des Buches vermisst. So blieb zunächst ein wenig Verwunderung zurück, was die Abkürzungen bei diversen Literaturangaben bedeuten bis ich dann das Komplettverzeichnis am Schluß fand. Grundsätzlich finde ich ein solches Verzeichnis besser als Fußnoten, jedoch hätte ein einmaliger Hinweis hierauf am Anfang sicherlich nicht geschadet. Die Papierqualität ist sehr gut, die Seiten haben ein angenehmes Gewicht und sind nicht wie bei ähnlichen Büchern halb durchsichtig. Die gute Verarbeitung und der sehr gute Inhalt rechtfertigen so auch den Preis von EUR 19,95.

Auf der Verlagsseite findet man neben dem Inhaltsverzeichnis und dem Vorwort auch eine Leseprobe, jeweils als PDF-Datei. Das Buch ist in der 1. Auflage im September 2009 als Softcover im Format 14,8cm x 21,0cm beim Mitp-Verlag mit der ISBN 978-3-8266-5885-3 erschienen.

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