Did you know that you can navigate the posts by swiping left and right?

Rezension - Video-Training “WPF 4 und Silverlight 4”

26 Jan 2011 . Unknown . Comments

Bei video2brain im Addison-Wesley Verlag ist das Video-Training “WPF 4 und Silverlight 4” von Gregor Biswanger, der einigen schon als Autor aus Fachmagzonen wie die dotnetpro oder die visualstudio1 bekannt ist, erschienen. Das Training kostet 49,80 EUR und hat eine Gesamtlaufzeit von rund 13 Stunden, welche sich in 19 Hauptkategorien aufteilen:

  1. Einstieg in WPF
  2. Einstieg in XAML
  3. Einführung zum allgemeinen Layout von WPF-Anwendungen
  4. Überblick der WPF-Steuerelemente
  5. Events, Commands und Multi-Touch
  6. Dependency Properties und Data Binding
  7. DataTemplates, Konvertierung und Validierung
  8. Styles, Trigger, Visual States und Animationen
  9. Ressourcen
  10. WPF Best Practices
  11. Einstieg in Silverlight
  12. Datenzugriffe mit Silverlight
  13. Silverlight-Navigationsanwendung
  14. Silverlight-spezifische Steuerelemente
  15. Business.Features
  16. Silverlight angepasst
  17. Media
  18. Beyound Browser-Features (Out-Of-Browser)
  19. Silverlight Performance – Best Practices

wpf4_silverlight4Die Lernkurve fängt dabei recht niedrig an so dass gerade auch Neulinge auf dem Gebiet der WPF-/Silverlight-Entwicklung das Videotraining als guten Einstieg nutzen können. Vorausgesetzt werden lediglich Kenntnisse in der Programmiersprache C#. Hat man bereits einige Erfahrungen mit WPF und/oder Silverlight gesammelt kann es sich lohnen direkt in die Kapitel zu springen, die einen besonders interessieren. Die video2brain-Oberfläche unterstützt hierbei durch eine saubere Gliederung und Beschreibung der Kapitel. Nach Auswahl eines Kapitels sieht man dann alle Videos mit entsprechender Unterteilung, welche man sowohl einzeln abspielen kann oder auch alle hintereinander. Ein zusätzlicher Punkt “Zusammenfassung” in jedem Kapitel bietet einen schriftlichen und bebilderten Abstrakt über die alle Inhalte. Diese sind als Handout zu verstehen und für einen kurzen Überblick zur Vor- und Nachbereitung durchaus sehr nützlich.

[more]

Die multimediale Aufbereitung

Die eigentlichen Videos bestehen zum Teil aus Folien mit kurzen Stichpunkten, zum anderen aus Screencasts der Entwicklungsumgebungen. Die Auflösung der Videos ist durchaus in Ordnung. Auch bei höheren Auflösungen kann man die Schrift noch gut erkennen ohne das sie durch Skalierung zu stark verschwommen wirkt. Der Ton ist durchweg klar und verständlich, Gregor Biswanger kann man während der gesammten Laufzeit gut folgen ohne das man das Gefühl hat er würde lediglich einen fertigen Text vorlesen. Hier kommen ihm sicher auch zahlreiche Vorträge bei Konferenzen und .NET-Usergroups zu Gute. Hin und wieder erinnerte mich die Vortragsweise dabei an die Sendung mit der Maus – was ja nicht unbedingt negativ ist ;-)

Ein wenig unübersichtlich bzw. überladen wirkt bei der gewählten Bildschirmauflösung das Visual Studio 2010. Einige Fenster wie die Toolbox (teilweise) oder der Projektmappen-Explorer müssten meiner Meinung nach nicht ständig geöffnet sein. Auch der Platz, der durch die eingeblendeten Tool-Leisten in Anspruch genommen wird, fehlt eventuell für die Darstellung des Entwurfs- bzw. Code-Fensters. Gerade für Präsentationen würde es sich anbieten, eine separate Darstellung zu verwenden damit der wichtige Bereich während des Videos auch sofort und in voller Größe ersichtlich ist. Hier mag ich aber auch persönlich etwas vorbelastet sein, da ich selber alle Zusatzfenster auf einen zweiten Monitor ausgelagert habe (siehe auch mein Posting “Ordnungsneurotiker oder Messi: Zeigt her eure Layouts!).

Bei der Unterteilung der Kapitel fällt positiv auf, dass man immer auf genau den Teilbereich einzeln zugreifen kann, der einen gerade interessiert. Braucht man beispielsweise noch einmal genauere Informationen zur Nutzungsweise des ProgressBar-Steuerelementes, so muss man nicht erst mühsam in einem langen Video suchen sondern kann direkt zum entsprechenden Kapitel (hier: 4. Überblick der WPF-Steuerelemente) gehen und das passende Video (hier: 4.6 Das ProgressBar-Steuerelement) auswählen. In einer kompakten Videoeinheit wird nun direkt in der Entwicklungsumgebung das entsprechende Control vorgestellt und anhand von Beispielen erläutert. Besonders nützlich an dieser Stelle ist rechts unten der “Mach Mit!-Modus”: Dieser verkleinert das gesamte Programmfenster auf etwa 1/9 der Bildschirmgröße und behält es zusätzlich im Vordergrund. So kann man parallel zum Video die Schritte selber nachverfolgen. Ebenfalls praktisch an der Stelle sind die Lesezeichen, welche einem helfen auch innerhalb der Videos bestimmte Stellen zu markieren.

Zum Inhalt

Das ich nicht auf den Inhalt der Videos im Detail eingehen kann, wird bei der Menge an Informationen schnell klar. Meine eigenen Vorkenntnisse im Bereich der WPF- und Silverlight-Entwicklung waren zu Beginn nicht sehr groß. Das Grundkonzept war mir jedoch bekannt und einige Anwendungen habe ich auch schon selbst geschrieben. Während des Video-Trainings wurde mir dabei immer wieder klar, wie umständlich ich an einigen Stellen bisher doch gearbeitet habe. Vor allem XAML bietet zahlreiche neue Möglichkeiten, die dem Windows Forms Entwickler auf Anhieb gar nicht bewusst sind. Die Möglichkeit hier während dem aktiven Lernen schnell ein Lesezeichen zu setzen und dann später explizit diese Stellen erneut durchzugehen im “Mach mit!”-Modus um sie im eigenen Projekt umzusetzen und zu testen, ist hier spannend und erleichtert das Lernen der neuen Technologie und Möglichkeiten.

Was ich persönlich etwas schade fand ist die Verfügbarkeit der Videos als reine PC-Version. Die Oberfläche von video2brain bietet zwar viele hilfreiche Möglichkeiten, aber die Verwendung von FLV-Dateien, die eine rein numerische Benennung besitzen, macht die Verwendung ohne die Oberfläche sehr mühsam. So wäre es mir gerade für einen ersten Durchgang sehr recht gewesen, die Videos auf meinem großen Fernseher zu schauen während ich parallel auf der Couch mit dem Notebook sitze und hier ggf. einzelne Schritte nachvollziehe. Doch wenn man nicht das Konvertieren in beispielsweise das MPEG- oder WMV-Format per Hand machen möchte, bleibt einem nur zu hoffen das der Fernseher oder DVD-Player Flashvideos abspielen kann. Auch muss dann eine Liste aller Kapitel / Unterkapitel verfügbar sein, um die entsprechend numerierten Videos zu finden. Das mag für viele vielleicht verschmerzbar sein da man die Trainings sowieso am PC ansieht, aber schlußendlich wäre es doch eine sinnvolle und sicher nicht besonders schwer umzusetzende Möglichkeit.

Bonus-Material

Besonders angenehm waren in diesem Zusammenhang die 15 “Zusatzkapitel”, die im 3GP- bzw. MP4-Format vorliegen und auch sauber benannt sind. Diese sind explizit als “Mobile Version” ausgezeichnet. Und auch wenn sie als “iPhone/iPod”-Videos in der “lies_mich.txt” bezeichnet werden, funktioniert die Synchronisation auch problemlos mit dem Windows Phone 7 und Zune ;-)

Auch sehr angenehm ist das beigefügte “Rohmaterial” im gleichnamigen Ordner der DVD. Hier finden sich entsprechend unterteilt in Silverlight und WPF sämtliche Beispieldaten und –projekte aus den Videos um das Nachvollziehen der Trainings am eigenen PC zu erleichtern.

Bonus-DVD: Expression Blend 4

525_expression_blend4Bei der Online-Version meines Rezensions-Exemplares war zusätzlich noch das Video-Training “Expression Blend 4 – Eine Einführung” dabei. In 1¼ Stunden wird hier registrierten Kunden des WPF 4 und Silverlight 4 Trainings dieses Bonus-Training kostenlos zur Verfügung gestellt, in dem abermals Gregor Biswanger eine leicht verständliche Einführung in die alternative Entwicklungsumgebung Expression Blend 4 gibt. Im Gegensatz zum Visual Studio 2010 liegt hier der Schwerpunkt nicht auf der Programmierung sondern auf der Oberflächengestaltung. Auch gibt es Möglichkeiten die Visual Studio nicht bzw. nur eingeschränkt bietet, wie das Prototyping und die Animationserstellung. Ein wenig überrascht war ich, dass nicht nur auf die Prototyping-Funktionalität von Expression Blend mittels SketchFlow eingegangen wird, sondern zumindest kurz auch auf Balsamiq Mockup. Mit diesem Tool habe ich selber schon viel gearbeitet und ziehe es aufgrund seiner Einfachheit oft auch SketchFlow vor.

Die abgedeckten Kapitel des Zusatz-Trainings sind:

  1. Einführung zu Expression Blend 4
  2. Prototyping
  3. Architektur und Daten für Designer
  4. Die Anwendung wird angepasst
  5. Animationen und 3D

Da hier auf einige Besonderheiten eingegangen wird, empfiehlt es sich meiner Meinung nach zunächst das WPF 4 und Silverlight 4 Training durchzugehen und erst im Anschluss die Expression Blend 4 Einführung zu machen. So hat von dem, was innerhalb der Videos technisch geschieht schon genug Verständnis, um seine Aufmerksamkeit vollständig der Art und Weise zu widmen, wie man es schließlich mit Blend 4 umsetzt. Auch ist es hilfreich, wenn man von Themen wie dem Prototyping und dem MVVM-Pattern schon mal etwas gehört hat, da die Videos diese Bereiche sicher nicht komplett abdecken sondern nur deren Umsetzung mittels Blend 4.

Auch zu dieser DVD gibt es wieder das Rohmaterial, was ein schnelles Nachbereiten und Ausprobieren ermöglicht. Auch der eigentliche video2brain Player ist identisch mit all seinen Vorteilen wie Lesezeichen und einfache Bedienung, allerdings auch dem genannten Nachteil der rein im FLV-Format vorliegenden Videos.

Preis versus Leistung

Der Preis von fast 50 Euro für das WPF 4 und Silverlight 4 Training ist noch in Ordnung für das Gebotene, allerdings auch an der Schmerzgrenze von dem was ich mir privat leisten würde. Zusammen mit der Bonus-DVD mit der Expression Blend 4 Einführung relativiert sich das jedoch, da hier ein gutes Gesamtpaket gebunden wird. Für sich alleine genommen ist der Preis für die Blend 4 Einführung mit 19,95 Euro jedoch deutlich zu hoch angesetzt. Sicherlich ist der Aufwand dahinter nicht unbedingt gering, jedoch steht der Preis mit der gebotenen Länge der Videos in keinem Verhältnis. Hier gehört für mich definitiv die “1” vorne weg um darüber ernsthaft nachzudenken.

Wertung

Es ist nicht jedermanns Sache aus Büchern zu lernen und gerade audio-visuell veranlagte Menschen ziehen sicher aus diesem umfangreichen und gut verständlichen Video-Training viele Vorteile bei der Erlernung einer so umfangreichen und gleichzeitig spannenden Technologie. Denn anders als bei einem statischen Buch kann man hier alle Funktionen direkt in Aktion sehen. Gregor Biswanger zeigt hier deutlich, dass er über das notwendige Fachwissen, aber auch die Kompetenz dieses anfängergerecht und interessant zu vermitteln, verfügt. Abzug gibt es von mir lediglich für die rein auf die PC-Nutzung ausgerichtete Präsentation, die das Abspielen auf externen Geräten wie einem Fernseher nur schwer möglich machen.

Alles in allem gibt es für das Video-Training “WPF 4 und Silverlight 4” in Kombination mit dem Bonus-Training “Expression Blend 4” eine klare Kaufempfehlung von mir!

Questions/Suggestions
As always, for questions or feedback, contact me or leave a comment.

Octocat by GitHubEdit this page on GitHub