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Waze im Praxistest

23 Nov 2013 . Unknown . Comments

Social-Navigation Waze von GoogleVor wenigen Tagen ist die Social-Navigations-App Waze auch als Windows Phone App erschienen. Auf anderen Plattformen schon seit langem ein großer Erfolg war die Hoffnung, als Google das Unternehmen Mitte des Jahres übernommen hatte, eher gering geworden in nächster Zeit noch eine App für die Redmonder Smartphone-Plattform zu bekommen. Jetzt ist die Freude zunächst groß, aber natürlich muss sich Waze auch im Praxiseinsatz gegen den Konkurrenten HERE Drive(+) behaupten.

Social Media beim Navigieren

Das wichtigste Merkmal von Waze ist wohl die Integration der Daten aller App-Nutzer um Verkehrs- und Gefahrenmeldungen in Echtzeit bereit zu stellen. Nicht nur, dass jeder Nutzer das Kartenmaterial anpassen kann um bsp. eine geänderte Verkehrsführung mitzuteilen, auch Blitzer, Unfälle, Gefahrenstellen (abgestelltes Auto, ..), Staus etc. können - und sollen! - von den Nutzern in der App gemeldet werden und stehen daraufhin für alle anderen direkt zur Verfügung! Für die Stauerkennung wird dafür beispielsweise die aktuelle Geschwindigkeit überwacht. Bremst man auf der Autobahn plötzlich ab und fährt nur noch langsam weiter, geht ein Dialog auf der den Benutzer fragt, ob er sich im Stau befindet mit geringer, mäßiger oder starker Beeinflussung. Die entsprechende Meldung steht allen anderen Waze-Nutzern im Anschluss dann zur Verfügung, so dass man unter Umständen sehr zeitnah zur Stauentstehung schon eine Alternativroute präventiv fahren kann.

Soweit so gut, die Informationen sind in der Regel sehr genau und deutlich aktueller als die offiziellen Verkehrsfluss-Infos die beispielsweise TMC sendet oder von Apps wie HERE Drive+ verwendet werden. Allerdings kann der Autofahrer so auch schon mal schnell durch die App abgelenkt werden: Nicht nur aufkommende Nachrichten, die angezeigt werden, ziehen die Aufmerksamkeit vom aktuellen Verkehrsgeschehen ab, sondern man wird durchaus auch ermuntert möglichst direkt Infos zum Verkehrsgeschehen in die App einzutragen. Dabei sollte, wenn man an einer Gefahrenstelle oder Unfall vorbei kommt, die Aufmerksamkeit zu 110% auf der Straße sein - der ehrgeizige Wazer hingegen wird mit einem Auge zum Handy schielen und “mal schnell nebenher” eine Meldung machen. Deshalb auch mein Appell an alle, das Handy nur dann zu verwenden, wenn man Beifahrer ist oder anhalten kann! Die Handy-Nutzung - auch bei einer Navigations-App - ist bei eingeschalteten Motor / während der Fahrt in Deutschland auch gesetzlich verboten, aber es ist vor allem gefährlich: Für euch und die anderen Autofahrer!

Mitfahrer abholen

Eine ebenfalls nette Funktion ist das Einsammeln von Mitfahrern. Diesen kann man einen speziellen Link auf eine Website per SMS, Mail etc. senden. Dabei wird automatisch die aktuelle Route die man fährt für andere freigegeben: Auf der Website kann man nun in nahezu Echtzeit verfolgen, wo der Wazer gerade fährt. Außerdem kann der Empfänger der SMS über den Link auch seinen eigenen Standort übermitteln (automatisch bestimmt per GPS oder durch Eingabe der Koordinaten), so dass der Fahrer direkt weiß wo er hin muss. Ein wirklich nettes Feature, dass man so ähnlich beispielsweise auch aus der “Mein Taxi”-App kennt.

Der Praxistest: Frankfurt > Köln

Die Aktualität der Karten und sonstigen Infos sind natürlich unschlagbar und definitiv auch das Feature das Waze von allen anderen Navigationslösungen unterscheidet. Es gibt jedoch auch ein paar Punkte, die weniger positiv bzw. sogar negativ auffallen.

Für meinen Praxistest habe ich Waze für eine etwa 185km lange Route verwendet. Die Ankunftszeit unter Berücksichtigung des Verkehrsaufkommens und der Geschwindigkeit war annährend exakt (+/- 2 Minuten). Dadurch, dass man aber auf ein eigenes Kartenmaterial setzt wird natürlich nicht das Offline-Kartenmaterial von HERE verwendet, dass auf meinem Windows Phone u.a. für Deutschland gespeichert ist. Für die Navigation braucht man also für die gesamte Fahrt zwingend eine Online-Datenverbindung. Der tatsächliche Verbrauch ist aber in akzeptablen Grenzen und mit etwa 25MB für die gesamte Strecke in Ordnung.

Die Oberfläche ist etwas anders als beispielsweise bei Android, und wurde an das ModernUI-Design von Windows Phone angeglichen. Hier besteht jedoch noch einiges an Verbesserungspotential, auch was die Performance angeht. Die Navigation selbst ist flüssig, jedoch öffnen sich Menüs und andere Dialoge nur mit Verzögerung oder leichten Rucklern. Auch sind manche Farbkombinationen nur schlecht lesbar.

Von der App ebenfalls nicht unterstützt wird die Navigation im Hintergrund, was technisch unter Windows Phone 8 kein Problem mehr ist. Auch kann man derzeit nur den Portrait-Modus nutzen, die von vielen Nutzern bei der Navigation bevorzugte Landscape-Nutzung ist noch nicht implementiert. Die Richtungsanweisungen werden zum Teil unvollständig gemacht: So fehlte bei mir immer die Angabe der Entfernung (“Bitte in die Ausfahrt nehmen.”, “Bitte in Metern die Ausfahrt nehmen”), nur einmal innerhalb einer Ortschaft wurde korrekt “Bitte in 200 Metern rechts abbiegen” gemeldet.

Akku- / Leistungsverbrauch

Das alles ist aber für eine erste Version noch verschmerzbar. Ein wirkliches K.O.-Kriterium ist hingegen der Leistungsverbrauch von Waze! Gestartet bin ich mit vollem Akku, während der Fahrt war das Lumia 920 ständig per USB-Schnittstelle mit dem Ladegerät verbunden und trotzdem kam ich nach rund 1,5 Stunden mit einem Ladestand von nur noch 29% an und die Rückseite war zu heiß um sie problemlos länger in der Hand halten zu können! Etwas vergleichbares habe ich bisher nur bei einem hochauflösendem 3D-Shooter erlebt, der trotz angeschlossenem Ladegerät mehr Strom verbrauchte (Modern Combat oder Halo, bin mir nicht mehr sicher welche der beiden Apps es war). Bei einem entsprechend aufwändigem Spiel mag das noch nachvollziehbar sein, aber Waze zeigt mir nicht einmal besonders hübsch oder detailreich gezeichnete Karten an. Auch wird die Datenverbindung nicht übermäßig beansprucht, was meine erste Befürchtung war die aber von Data Sense zum Glück zerstreut wurde.

Wäre man paranoid könnte man vermuten, dass Google das absichtlich gemacht hat: Waze ist auf anderen Plattformen und vor allem Android nicht so leistungshungrig, also muss es an Windows Phone liegen. Oder aber die Entwickler haben einfach nicht wirklich gute Arbeit bei der Umsetzung geleistet. Wie dem auch sei: Solange hier nicht mit einem Update nachgebessert wird, sticht dieses negative Verhalten in meinen Augen alle guten und praktischen Social-Funktionen aus. Das ist wirklich schade, da es ansonsten eine praktische alternative Navigationslösung darstellt.

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